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20.03.2020, 20:00 Uhr (Freitag)

VATER Schauspiel Veranstaltungsort: Stadthalle, Merzig
21,00 € 24,00 € 27,00 € 30,00 €
Das Kreiskulturzentrum Villa Fuchs präsentiert in ihren Programmen auch schon mal Themen, die gesellschaftlich von Relevanz sind. Das Schauspiel Vater ist ein solches Thema, das vor allem die älteren Menschen in der heutigen Zeit umtreibt. Unsere Gesellschaft wird zunehmend älter und damit gehen Dinge einher, die wir uns als jüngere Menschen nicht vorstellen mögen. Einsamkeit, oftmals Gedächtnisverlust und vielen anderen negativen Begleiterscheinungen. Diese Thematik ist verpackt in einen vergnüglichen und traurigen Theaterabend zugleich. Vater ist genau das richtige Stück für denjenigen, der das Theater liebt, der die Emotionen liebt, wer das Lachen liebt, das sich in Tränen auflöst, und der die Tränen liebt, die sich in Gelächter verwandeln. Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr. Karten sind im Ticket Büro in der Stadthalle Merzig, in allen Ticket Regional Vorverkaufsstellen und unter 06861-93670 erhältlich.

Der 80jährige André merkt, dass sich etwas verändert. Noch lebt er allein in seiner Pariser Wohnung und versucht, vor Anne, seiner älteren Tochter, den Eindruck aufrecht zu erhalten, alles sei in Ordnung. Wobei ganz offensichtlich ist, dass er allein nicht mehr zurechtkommen kann. Also organisiert sie für ihn Pflegehilfen, mit denen er sich aber ständig zerstreitet. Ein alter Mann, für den sich der Alltag mehr und mehr in ein verwirrendes Labyrinth verwandelt, auf der Spurensuche nach sich selbst. Weil seine Wahrnehmung sich immer mehr verschiebt, gerät er in eine Welt, in der seine Biografie nicht mehr gilt, weil die Welt, in der sie entstanden ist, am Verlöschen ist…

Das Besondere an „Vater“ ist die ungewöhnliche Erzählstruktur. Erlebt wird die Handlung nämlich nicht chronologisch, sondern aus der Erlebniswelt des 80jährigen. Durch diesen hinterhältigen Trick des französischen Erfolgsautors wird der Zuschauer emotional an die Hauptperson gebunden, erlebt mit ihr dieselben Momente des Glücks, teilt mit ihr die Momente des Ausgeliefertseins, erfährt mit ihr die unbegreifbare Veränderung von Personen und Dingen und kann wie sie immer weniger unterscheiden: Was ist Realität, was Wahn oder Wunschvorstellung, was Halluzination oder fixe Idee. Das klingt nach einem traurigen Theaterabend? Das Gegenteil ist der Fall. Zellers Text provoziert das Lachen. Die komödiantische Dynamik ergibt sich aus den abrupten Stimmungsschwankungen der Hauptperson.

Da Autor Zeller, der nicht erst seit „Die Wahrheit“ einen bühnenwirksamen Theaterknüller nach dem anderen schreibt, nicht die Krankheit in den Mittelpunkt stellt, sondern Andrés Versuch, dem ihn beunruhigenden Prozess der Verwirrung zu entkommen, verstummt das Gelächter über Andrés Eigensinn und Wutausbrüche sofort, wenn man begreift: dieser Mensch kämpft um seine Selbstachtung. Er ist nur deshalb diese unberechenbare, aggressive Nervensäge, weil er versucht, seine Angst vor der fortschreitenden Hilflosigkeit zu verbergen. Die tragikomische Gratwanderung endet erst mit dem Schlussbild, dessen nachhaltig beklemmender Wirkung man sich nicht entziehen kann.
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